29. Juni 2026

Physiofit x VPT: Warum Digitalisierung in der Praxis Partnerschaft braucht

von Manuel Mandl
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Physiofit im neuen VPT Magazin

In der neusten Ausgabe 03/26 des VPT Magazins spricht unser Geschäftsführer Manuel Mandl mit Toralf J. Beier (Geschäftsführer der VPT Landesgruppe Mitte) darüber, woran wir bei Physiofit jeden Tag arbeiten und welches Verständnis von Digitalisierung in der Praxis dahintersteckt.

Worum es im Interview geht

Auf zwei Seiten (S.16 – S.17) spricht Manuel darüber:
  • Wie Physiofit entstanden ist: aus einem Innovationsprojekt an der Technischen Universität München, gemeinsam mit 17 Pilotpraxen und auf Basis von 157 Praxen-Interviews.
  • Was das eigentliche Problem ist: warum strukturierte Übungsmitgabe in der Realität von oft nur sechs Therapieeinheiten à 20 Minuten kaum leistbar ist und welche Rolle Therapie-Compliance dabei spielt.
  • Was unsere Lösung anders macht: warum wir uns bewusst gegen riesige Übungsbibliotheken und für medizinisch zertifizierte, sofort einsetzbare Programme entschieden haben.
  • Wie sich Praxen verändern, die mit uns arbeiten: von Mitarbeiterzufriedenheit über die wahrgenommene Therapiequalität bis hin zur wirtschaftlichen Dimension.
  • Wo Technologie an ihre Grenzen stößt: und warum Therapeut:innen für uns der unersetzbare Kern jeder physiotherapeutischen Behandlung bleiben.
  • Wohin die Reise geht: inklusive eines Ausblicks auf unser neues Anamnese-Tool mit strukturierter Auswertung, Scoring und automatischer Red-Flag-Markierung.

Vom Forschungsprojekt zur praxisnahen Lösung

Unser Ursprung liegt in einem Forschungsprojekt an der Technischen Universität München. 

Gemeinsam mit 17 Pilotpraxen haben wir untersucht, was Therapeut:innen im Alltag wirklich brauchen und wo digitale Unterstützung sinnvoll ansetzen kann.

Dabei wurde schnell klar: Das Problem ist nicht, dass es zu wenige Übungen gibt. Im Gegenteil. Es gibt unzählige Übungsbibliotheken, Videos und digitale Inhalte.

Aber das allein hilft im Praxisalltag nur bedingt.

Therapeut:innen brauchen eine Lösung, mit der sie schnell und einfach passende Übungsprogramme mitgeben können.

Patient:innen hingegen eine klare Anleitung, Erinnerung und Motivation.

Weniger ist mehr: Warum Physiofit im Alltag funktioniert

Im Interview mit dem VPT Magazin haben wir genau darüber gesprochen: Technologie ist nur dann wertvoll, wenn sie genutzt wird. Klingt banal, ist aber ein zentraler Punkt.

Viele digitale Systeme scheitern nicht daran, dass sie technisch zu wenig können. Sie scheitern daran, dass sie im Alltag zu kompliziert sind.

Zu viele Klicks. Zu viele Optionen. Zu wenig Bezug zur echten Behandlungssituation.

Physiofit verfolgt deshalb einen anderen Ansatz.

Therapeut:innen können in nur 20 Sekunden ein Übungsprogramm auswählen und ihren Patient:innen zuweisen.

Direkt im Behandlungstermin, ohne Mehraufwand.

Patient:innen bekommen ihre Übungen direkt über die App, sehen ihren Fortschritt, erhalten Punkte für abgeschlossene Einheiten und werden durch verbindliche Termine erinnert.

Heimübungen sind mehr als ein nettes Extra

In der Physiotherapie entscheidet sich der Behandlungserfolg nicht nur in der Praxis, sondern auch zu Hause.

Wer regelmäßig übt, bleibt aktiver im Therapieprozess. Wer versteht, warum eine Übung wichtig ist, bleibt eher dran. Und wer merkt, dass Fortschritte sichtbar werden, ist motivierter.

Trotzdem wird die Bedeutung von Heimübungen im Alltag oft unterschätzt.

Genau deshalb haben wir Physiofit so entwickelt, dass Übungsprogramme nicht einfach nur „mitgegeben“ werden. Patient:innen bekommen Einheiten als ganze Videos, strukturierte Programme und Rückfragen zu ihrem Wohlbefinden.

Therapeut:innen können sehen, ob Übungen durchgeführt wurden und wie Patient:innen ihr Wohlbefinden über die Zeit einschätzen.

Das schafft eine bessere Grundlage für das nächste Gespräch in der Praxis.

Statt zu fragen: „Haben Sie Ihre Übungen gemacht?“, kann gezielter besprochen werden, was gut lief, wo Unsicherheiten bestehen und welche Anpassungen sinnvoll sind.

Warum Deutschland bei Digitalisierung mehr Mut braucht

Im Gespräch mit dem VPT ging es auch um die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen.

Und ja, wir alle wissen: Deutschland ist nicht unbedingt für seine Geschwindigkeit bekannt.

Viele Praxen sind verständlicherweise vorsichtig.

Schlechte Erfahrungen mit komplizierten Systemen, Insellösungen und fehlenden Schnittstellen haben Spuren hinterlassen.

Niemand möchte ein weiteres System einführen, das am Ende mehr Probleme macht als löst.

Diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar.

Gleichzeitig sehen wir eine wachsende Bereitschaft zur Veränderung.

Viele Therapeut:innen wollen moderne Lösungen nutzen. Sie wollen Patient:innen besser begleiten. 

Technologie kann viel, aber nicht alles

So sehr wir an digitale Unterstützung glauben: Technologie ersetzt keine Therapeut:innen.

Und das soll sie auch gar nicht.

Der Kern der physiotherapeutischen Behandlung bleibt die fachliche Einschätzung, die direkte Interaktion, das geschulte Auge, das Gespräch, die Anpassung im richtigen Moment und das Vertrauen zwischen Therapeut:in und Patient:in.

Physiotherapeutin an der Behandlungsbank

Eine App kann Patient:innen zwischen den Einheiten begleiten. Sie kann sie motivieren und Fortschritte sichtbar machen.

Aber sie ersetzt nicht die menschliche Nähe und die therapeutische Erfahrung.

Deshalb sehen wir Physiofit als Ergänzung.

Als Werkzeug. Als Brücke zwischen Praxis und Zuhause.

Unser Blick nach vorn

Der Beitrag im VPT Magazin ist für uns ein echter Meilenstein. 

Es zeigt, dass die Themen, an denen wir täglich arbeiten, immer relevanter werden.

Gleichzeitig stehen wir erst am Anfang.

Unser Ziel ist es, Physiofit kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Dazu gehört unter anderem ein stärkerer Fokus auf datenbasierte Unterstützung für klinische Entscheidungen, strukturierte Anamnese, relevante Auswertungen und noch bessere Einblicke in den Gesundheitszustand von Patient:innen.

Danke an das Toralf J. Beier und den VPT

Ein großes Dankeschön an Toralf J. Beier und das gesamte Team des VPT-Magazins für die Möglichkeit, unseren Ansatz in dieser Tiefe darzustellen.

Wir freuen uns auf den weiteren Austausch und auf alles, was sich daraus gemeinsam mit dem Verband für Physiotherapie (VPT) bewegen lässt.

Den vollständigen Beitrag findest du in der Printausgabe des VPT Magazin 03/26.

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Manuel Mandl